Sicher ist bekannt, daß es den Gläubigen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der
Letzten Tage (Mormonen) darum geht, möglichst viele
Seelen ihrem Glauben zuzuführen und sie, u.a. auch durch Aufnahme in ihre
Register, zu taufen. Aus diesem Grund beschäftigen sie sich auch sehr intensiv
mit Ahnenforschung, um diese mormonische Taufe auch noch auf lange Verstorbene
anzuwenden. Auch Martin Luther wurde bspw. längst posthum von ihnen getauft,
wie auch die katholischen Päpste und viele andere historische Persönlichkeiten,
deren Daten ja in der Regel weithin bekannt sind. Mit der Taufe möchte man sich
nach dem Glauben der Mormonen besondere religiöse Verdienste erwerben, je mehr
Taufen und getaufte Vorfahren, desto größer die eigene Familie, desto mehr
Verdienste um die LDS-Kirche und ein um so besserer Platz an der großen Tafel
im (mormonischen) Himmelreich.
Zitat aus der Selbstdarstellung der Mormonen: "Was tun die Mitglieder im
Tempel? ... Sie vollziehen auch heilige Handlungen für andere, beispielsweise
die Taufe für Menschen, die gestorben sind, ohne das Evangelium kennen gelernt
zu haben (1 Peter 4:6; 1 Corinthians 15:29)."
Gemeint ist hier das mormonische Evangelium, und gemeint sind Verstorbene, die im mormonischen Sinn als Heiden gestorben sind, also bspw. evangelische, reformierte und katholische Christen, aber auch Verstorbene jeder anderen Konfession und Religion.
Bei dem einen oder anderen mormonischen Listenmitglied unter
uns ist dieses persönliche Interesse an Personendaten ganz unverkennbar. Es
wird versucht, teils unauffällig, teils jedoch offen und unverhohlen, an
möglichst detaillierte Personendaten heranzukommen. Man ist an kompletten
Personendaten interessiert, ganz gleich, woher und aus welcher Familie, und
grast dazu außer unseren Ahnenforschungslisten auch private Homepages mit
Vorfahrensammlungen ab, sammelt Gedcom-Dateien, Bücher, CDs, usw., usw., nur um
an solche Detaildaten heranzukommen. Die Mitglieder dieser Kirche haben zwar,
wie vor etwa drei Jahren mal ein mormonisches Mitglied in einer Liste
erläuterte, die Anweisung, nur ihre eigenen Vorfahren mormonisch taufen zu
lassen, und es sei ihnen auch verboten, Juden taufen zu lassen, aber er gab zu,
daß es Übereifrige gibt, die alles taufen, was sie kriegen können.
Ich habe nichts gegen die
Mormonen als Glaubengemeinschaft, aber dieses Werben für LDS-Produkte, wie
Datensammlungen online und auf CD, Computerprogramme, usw., und das hartnäckige
Sammeln von Personendaten zum Zweck der Taufe in den Listen ist mir (nicht nur
mir) äußerst lästig. Hier geht es nämlich tatsächlich nicht um harmlose Ahnen-
oder Adelsforschung, sondern ausschließlich um die Durchführung der
mormonischen Taufe an den ermittelten Personen (s.o. im Tempel),
Außerdem wird mit diesem eingesammelten Datenmaterial ungeheuren Ausmaßes, in
der Regel ja kostenlos "ergattert", ein recht gutes Geschäft gemacht,
indem man es dann Ahnenforschern zum Erwerb anbietet, online oder auf CDs.
Weitere Informationen und weiterführende Links:
Das Mormonentum: Ein kritischer Blick hinter die Kulissen der
Mormonen.
Mormonismus - Zwischen
Wahrheit und Wirklichkeit: Ein ehemaliges, langjähriges Mitglied
der Mormonen hinterfragt deren Glauben anhand von historischen und
wissenschaftlichen Daten und Fakten. Umfangreiche Recherchen bilden die
Grundlage für diese Site.
Über die Mormonen: Geschichte der Mormonen und weitere Informationen bei
„Wikipedia“.
Informationsseite der Mormonen – Aussteiger:
Informationen von Mormonenaussteiger
über die Machenschaften der Mormonen.