Grundlagen
der Genealogie
Immer
nur von Generation zu Generation forschen
Bei
meinen bisherigen Mühen musste ich eines erkennen: Es lohnt sich nicht, wahllos
alle Informationsquellen für seine Familienforschung aufzutun und über mehrere
Generationen und Familienzweige hinaus zu forschen! Man verzettelt sich schnell
und der ohnehin langwierige Prozeß des Erforschens verlängert sich nur unnötig.
Eine Ausnahme ist natürlich, wenn beispielsweise mehrere Generationen in einem
Kirchbuch vorhanden sind.
Wichtig
ist die Systematik und Sorgfalt, mit der man an seine Ahnenforschung herangeht.
So eignen sich für die Erfassung der gesammelten Daten verschiedene Medien,
z.B. Karteikarten, man erfasst die Daten sofort auf dem PC in zum Teil auch
kostenlos erhältliche Genealogie-Software, wie z. B. das „Ahnenblatt“ oder „PC-Ahnen“. Eines sollten Sie dabei bedenken:
Sie erfahren nicht immer alles zu Hause in Ihrem "PC-Sessel" - d.h.
Ihre Daten müssen wie Sie "mobil" sein. Tipp: Sehr geeignet für Ihre
Datensammlung ist ein Laptop oder Digitalkamera. Sie nehmen das gewählte
Utensil für unterwegs mit in die Archive, überspielen damit anschließend die
gewonnenen Daten auf Ihren PC und können (wenn gewünscht) sich eine Kopie für
Ihren Papierordner drucken und sauber abheften. In vielen Kirchenarchive können
auch Kopien der Originaleintragungen gefertigt werden, in Stadt-, Kreis- und
Staatsarchive ist das selbstverständlich.
Ausdauer ist
der Schlüssel Ihres Erfolges
Es
wüßte wohl jeder genau über seine Vorfahren bescheid, dauerte die Erforschung
der eigenen Familie nur wenige Wochen. Leider muß ich Sie da enttäuschen, denn
es wird Jahre dauern bis Sie vernünftige Ergebnisse auf einer Ahnentafel zu
stehen haben. Aber Ihre Kinder und Enkel werden es Ihnen danken, denn ich habe
bislang noch niemanden erlebt, der nicht gern wüßte, ob seine Ahnen "König
oder Bettelmann" gewesen sind. Lassen Sie sich von gelegentlichen
Tiefschlägen nicht entmutigen - zeigen Sie Ausdauer!
Wo finde ich
meine Ahnen?
Welche
Quellen kann und sollte man nutzen? Um nicht allzu schnell an den fast schon
sagenumwobenen "Toten Punkt" zu gelangen, sollten Sie die
Informationsquellen kennen, die Ihnen für Ihre Ahnenforschung zur Verfügung
stehen:
Quellen der
Genealogie
Der
erste Anlaufpunkt ist die Befragung älterer Personen in
der Familie. Einige Familien besitzen sogenannte Familienstammbücher, aus denen
sich erste familiengeschichtliche Daten herauslesen lassen. Sprechen Sie mit
Ihren Eltern und Großeltern, sammeln Sie wichtige Briefe, Photos oder
Privatdokumente (Geburtsurkunden etc.). So ist eine schnelle Bestandsaufnahme
innerhalb der ersten Jahre garantiert. Besonders wichtige Daten sind: Name,
Geburtsdaten (Datum, Ort und Namen der Eltern), Beruf, Religionszugehörigkeit,
Hochzeiten und Scheidungen, Namen aller Kinder, Taufpaten etc., Sterbedaten
(Datum, Ort der Beerdigung). Diese sollten für jede einzelne Person
aufgeschrieben und gesammelt werden.
Achtung:
möglichst Belege sammeln und alles kritisch prüfen! Nur ein falscher Beleg und
Sie weichen vom "Weg" ab! Wichtige Belege sind: Geburtsurkunden,
Taufbescheinigungen, Heirats- und Sterbeurkunden, Konfirmationspapiere aber
auch Ausbildungsnachweise, Grundbesitzdokumente, Eintragungen in
Handwerksrollen und sogenannte „Arier“-Nachweise aus dem 3. Reich.
Standesämter
sind wichtige Quellen, denn dort sind alle Geburten,
Hochzeiten und Sterbefälle aufgezeichnet - egal welcher Konfession Ihre Ahnen
angehörten. Sie erfahren neben dem Geburtsdatum und dem Geburtsort, wichtige
Informationen der vorherigen Ahnengeneration, wie die Namen der Eltern sowie
deren Beruf. Sollten Sie keine Zeit haben, das betreffende Standesamt
persönlich aufzusuchen oder sollte es nicht in Ihrer Nähe liegen, verfassen Sie
einfach einen Brief mit der Bitte um Zusendung der gewünschten Urkunden.
Standesämter gibt es im gesamten Deutschland erst seit ca. 1874. in einigen
Gegenden wurden aber schon etwas früher staatliche Personenstandsregister
eingeführt, frühestens jedoch ab 1871. Erkundigen Sie sich, bis zu welchem Jahr
Urkunden vorhanden sind.
Kirchenbücher
können ebenfalls eine große Hilfe bei der Ahnenforschung
sein, jedoch muß man einiges beachten. In Kirchenbüchern ist in der Regel der
Tag der Taufe und der Tag der Bestattung verzeichnet. Menschen im 18.
Jahrhundert starben oftmals im selben Pfarrbezirk in dem sie geboren wurden.
Hat man nun von seinem Ahnen zum Beispiel das Jahr der Geburt sowie den
Sterbeort, sollte man das zuständige Pfarramt schriftlich um Zusendung der
Taufdaten bitten. Einen Hinweis auf Übernahme der entstandenen Kosten sollten
Sie nicht vergessen.
Leider
ist nicht jedes Pfarramt im Besitz alter Kirchenbücher (zerstört durch Krieg,
Brand etc.). Oft gibt es von den Kirchenbüchern, die noch in Pfarrämtern
vorhanden sind, Kopien oder Zweitschriften in den verschiedensten Archiven.
Auskünfte über den Aufbewahrungsort der einzelnen Kirchenbücher geben
normalerweise die Archiv-verwaltungen der Landeskirchen und Bistümer.
Vereine,
die sich genealogischen Themen widmen, gibt es in einigen Städten und stellen
eine weitere Möglichkeit dar, seinen Stammbaum zu vervollständigen. Hier erhält
man Unterstützung von Gleichgesinnten.
Archive
können ebenfalls eine wertvolle Hilfe sein, wenn die
Kirchenbücher nicht mehr „greifen“, Kirchenbücher wurden erst frühestens ab
1550 geführt. In den verschiedenen Stadt-, Kreis- und Staatsarchive
finden sich oft Häuserlisten, Bürgerbücher, Bürgerlisten, Grundbucheintragungen,
Gerichtsakten, Lehnverträge etc.
Das
Internet bietet weitere Forschungsmöglichkeiten, jedoch
ersetzt es (noch) nicht den Gang zu den Ämtern oder verschiedene Archive!
Im
Genealogy.net finden sich
Links zu genealogischen Vereine
und Verbände in ihrer Nähe oder aber auch zu Mailinglisten. In „Yahoo Groups“ unter Eingabe von
„Ahnenforschung“ oder „Familienforschung“ weitere Mailinglisten und Foren.
Weitere Forschungsmöglichkeiten im Internet:
Genealogische Datenbanken. Im GedBas oder Geneanet können Sie nachschauen ob bereits
nach Ihren Forschungsnamen und Gebieten geforscht wird, hier genügt schon die
Eingabe eines Nachnahmen. Dieser Service ist kostenfrei und mit einem Login
sollten auch Sie die Möglichkeit nutzen Ihre Daten dort zum Datenaustausch
einzustellen.
Suchmaschinen wie
„Google“ oder „Abacho“ können auch Hilfreich sein. Unter
Eingabe des Forschungsnamen finden sich oft Links zu genealogischen Homepages /
Foren oder genealogischen Linklisten, wo bereits ebenfalls nach Ihren Namen
geforscht wurde.
Ortsverzeichnisse
finden sich gleich zwei gute im Internet und zwar das genealogische Ortsverzeichnis (GOV) und
das „Deutsch –
Österreichische Ortsverzeichnis ab 1871-1990“ von Dr. Rademacher. Ein
weiteres Ortsverzeichnis insbesondere für Ost u. Mitteleuropa findet sich in „Jewishgen“
Weitere Tipps
und Hinweise zur Genealogie finden sich unter den jeweiligen
Button meiner Homepage in
http://www.lessner-ahnenforschung.com/30,0,die-genealogie,index,0.html
http://www.lessner-ahnenforschung.com/6,0,genealogie-im-internet,index,0.html
http://www.lessner-ahnenforschung.com/46,0,genealogisches-wissen,index,0.html
Erstellt: Tom Lessner
2008